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Japadu - Blog - Ein neuer Blog.

Ein neuer Blog.

Hey Leute, was haltet ihr davon, wenn wir uns nach nunmehr knapp zwei Dutzend Kommentaren - in denen Grundzüge der Musik ebenso besprochen wurden wie Ausflüge in epochale Meisterwerke und deren "prosaische Komposition", begleitet von einen blumig in der Luft wabernden Odontoglossum-Duft - neuen literarischen Gefilden hingeben? Da wäre doch ein neuer Blog - idealerweise mit dem Titelthema ´Ein neuer Blog`- geradezu prädestiniert dazu.
Ich schlage mal ein Thema vor: Eure Literaturpräferenzen. Also z.B. eure Vorliebe bei Gedichten, Themen, Formen, Rhythmen. Ob ihr eher kriminelle Kurzgeschichten bevorzugt oder klassische Effi-Briest-Romane(ich persönlich - tut mir leid, sollte ich da einigen Literaturarchaen ins Nest treten - HASSE dieses Buch!)Welches Buch ihr zuletzt gelesen habt (jetzt runzelt bitte nicht die Stirn und verweist mich kommentatorisch auf die Rubrik "Empfehlen") oder welches ihr überhaupt nicht empfehlen würdet. Was ihr an guten Büchern schätzt - oder was generell ein "gutes Buch" für euch ausmacht...
Ich glaube, es gibt viele Themen, über die man sich zwecks Erfahrungsaustausch - und darauf kommt es ja letztlich an - hier unterhalten könnte.
Also - worauf warten wir?

Autor: Cody1988 | Veröffentlicht: 30.06.2009 21:35 Uhr | Kommentare: 39 | Wertung:
39 Kommentare
Autor

Diele
01.07.2009
08:25 Uhr



Erst einmal etwas anderes. Gegen das Zerstückeln von Erzählungen oder Romanen. Ich kann mir denken, warum das geschieht: man glaubt, dem Leser einen langen Text nicht zumuten zu können. Ja, das ist möglich, dass einige vor dem Lesen zurückscheuen. Aber: 1. Ich kann unmöglich zwei, drei Seiten aus einem hundertseitigen Werk beurteilen. Das ist, als lege man man mir ein paar Knöpfe hin und ich solle jetzt meien Meinung zum Kleid abgeben. 2. Man verliert den Überblick. Nicht jeder kann regelmäßig in japadu hineinsehen – und hat er ein paar Teile verpasst, ist der Faden gerissen. 3. Bei einer Zerstückelung gibt es mal gute, mal weniger gute Teile. Und bei einem weniger guten Teil ist man versucht, das Lesen aufzugeben. Das kann ein Fehler sein: das beste kopmmt womöglich noch. Fazit: Ich rate, die Erzählung oder den Roman ganz zu veröffentlichen. Zwar besteht die Gefahr, dass mancher ihn gar nicht erst liest, weil er kein Freund von langen Texten ist. Aber der wäre auch durch das Servieren mundgerechter Happen nicht zum Lesen zu bringen. Und, bitte, was macht ein Neueinsteiger mit dem 4. oder 9. Teil? Der kann ja rein gar nix mehr damit anfangen. Dagegen die Vorteile einer Komplettveröffentlichung: Selbst wenn es Schwachstellen gibt, man kann sie überspringen. Und man kann im Gesamttext „blättern“. Womöglich entdeckt man eine interessante Stelle und beißt sich fest. Am Ende hat man das Wesentliche doch gelesen, v ielleicht nicht alles, aber man versteht die Handlung, hat den Stil inhaliert und das Wesentliche erspürt (oder glaubt es zumindest.) Erst jetzt ist er zu einer zu einer eigenen Meinung fähig. Und jetzt zu dem neuen Blogg. Wenn ich ihn recht verstehe, ist er thematisch nach allen Seiten offen. Gut, dann tippe ich ein Thema an: Wollen wir nur unterhalten oder etwas sagen? Schreiben als Selbstbefriedigung, das kenne ich noch aus der Apo-Zeit (wer es nicht schon erraten hat: ja, ich bin ein 68er). Das ist ein einsames Schreiben. Schreiben als Selbstfindung ist schon besser. Aber noch besser: ein engagiertes Schreiben. Schreiben als Kritik an Zuständen oder ein Beschreiben, das aufdeckt, das etwas zeigt, was bisher nur flüchtig gesehen und daher übersehen wird. Kurzum: etwas Neues, Zeitgemäßes. Keine Wiederholung; keine Neuauflage alter Geschichten. Und wo ist das Neue? Überall. Es steckt sogar in uns, denn jeder hat doch seinen eigenen Blick und sein eigenes Leben. Zum Schluss noch das. Bloß keine reine Männerrunde! Ich vermisse die Frauenstimmen. Die Frauenansicht. Es hat den Humor, den die männliche Ernsthaftigkeit benötig, um nicht in Haarspaltereien oder reiner Streitlust zu enden.
meine Wertung:
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Ikarus
01.07.2009
13:18 Uhr



Na ja, Diele, sei doch froh dass sich überhaupt jetzt etwas tut - auch wenn es bisher nur vier Männer sind, die Kommunikation versuchen. Was du zum schreiben sagst: Es muss neu und es muß engagiert sein, damit es etwas taugt. Findest du nicht, dass damit das gesamte Feld ziemlich eingeschränkt wird. Lass die Autoren doch ihr Ding machen; das ist doch vielfältiger, als wenn man von vorne herein einschränkt. Alte Kamellen, gut gemacht und in neue Schläuche gefüllt, können auch lesenswert sein. Ansonsten entsteht doch eine Monokultur, wer will das schon. In einem Garten gibt es nunmal Blumen, Sträucher, vielleicht kleine Bäume, Gras, Löwenzahn etc.; und alles zusammen bildet die Vielfalt des Begriffes Garten. Lass doch die Literatur auch so sein. Gruß, Ikarus
meine Wertung:
Autor

Diele
01.07.2009
14:10 Uhr



Na klar, warum nicht. So wie Du schreibst: Lesenswert muss es sein. Aber ich will auch, nach der Lektüre, davon etwas als Bereicherung behalten können. Das ist wie bei einem guten Film. Andererseits: Gelungene Unterhaltung ist gar nicht so einfach und von daher auch respektabel. Ja doch.
meine Wertung:
Autor

Cody1988
01.07.2009
16:12 Uhr



Irgendwer hat irgendwann irgendwo mal gesagt, dass die jetzige Literatur - ganz egal in welcher Form - ohnehin nur plagiativ ist und auf bereits vorhandenen Ideen aufbaut. Dass es GRUNDSÄTZLICH nichts NEUES mehr gibt. Liebe. Hass. Mord. Alles Sachen, die schon tausendfach produziert wurden. Alles nur Muster, in die man seine eigenen Ideen einflechtet. Seine eigenen Charaktere gedrückt in das Schema der klassischen Liebe. Interessant jedoch finde ich vor allem, dass damit in Zusammenhang steht, dass man das GAR NICHT ABSICHTLICH/BEWUSST macht. Im Gegenteil - das Unterbewusstsein hat dies mal dort aufgeschnappt, das da gehört. Und schwupp: kreativ, wie man doch als Schriftsteller ist, hat man sich eine neue Geschichte ausgedacht. Aber ist diese dann wirklich neu? Ist der Film "Are you scared" letztlich im Prinzip nicht dasselbe wie "SAW"? Oder die ganzen Fantasybücher, von Markus Heitz über Stephenie Meyer - ist das letztlich nicht einfach alles ´modifizierte, überschriebene` Literatur. Nicht neu erfunden - sondern auf kunstvolle Weise verändert? Mich interessieren eure Ansichten zu diesem Thema. Ich finde, das geht alle an, die das Leben guten Gewissens in ihrer Hand halten.
meine Wertung:
Autor

DonQuixote
01.07.2009
20:50 Uhr



Eigentlich ist es viel zu warm zum Denken, aber da ich das von dir, Cody, eingeworfene Thema ganz interessant finde... Ich frage mich ob es da nicht einen falschen Ansatz gibt, ich meine nicht bei dir, sondern generell. Manchmal habe ich das Gefühl, das viele Dinge in unserem Leben, dadurch das wir sie so klar definieren, sich stark vom Leben abkapseln. Die Tatsache das die Geschichten meist dieselben sind, basiert letzten Endes nicht auf der Tatsache, das alles schon mal geschrieben wurde, sondern darauf das die Menschen sich im Laufe der Jahrhunderte oder Jahrtausende im Grunde nicht verändert haben. Die Bühnengestaltung hat sich ein wenig verändert, aber nicht die Menschen. Ihre Gedanken sind noch immer dieselben. Ihre Gefühle sind noch immer dieselben. Es ist nur bedingt möglich etwas wirklich Neues zu erschaffen, weil wir alle alt sind. Ich stelle mir gerade vor, einen Gang durch die Stadt, oder einen Abend vor dem Fernseher, früher oder später entdeckt man zwei Menschen mit ähnlichen oder fast identischen Gesichtszügen. Dasselbe Prinzip. Kein Prinzip der Kunst, sondern ein Prinzip des Lebens. Nur kann man der Kunst bzw. dem Künstler Vorsatz unterstellen, den Genen weniger, wozu auch, die haben kein Konto bei der Sparkasse... Es wäre wohl unerträglich, würde sich im Leben nicht alles wiederholen und ähneln, wäre kein Tag wie der andere. Ein Gefühl der Sicherheit hätte da kaum eine Chance. Vielleicht würde es uns beim Lesen ähnlich gehen. Ich denke allerdings, wir hier sind noch recht früh dran, die Wiederholungen in der Literatur halten sich noch in Grenzen. Diesen Satz mit dem plagiativ halte ich für Unfug! Von Autoren zu erwarten etwas Neues zu schreiben wäre so, wie von einem Kind zu erwarten statt dem Laufen das Fliegen zu lernen. Will sagen, wir sind, was wir sind, wir sind, was wir waren und sein werden. Man kann niemandem einen Vorwurf daraus machen wenn er nicht ganz neu ist. Allerdings kann man ihm durchaus Vorwürfe machen, wenn er von vornherein niemals versucht hat neu zu sein. Denn das wiederum wäre so, als würde ein Kind sich weigern Laufen zu lernen, weil es inzwischen Busse gibt ;o)
meine Wertung:
Autor

Cody1988
01.07.2009
21:00 Uhr



Der Kind-lauf-flieg-Bus-fahren-weil-wegen-doch-schon-leichter-wa-Vergleich gefällt mir. Interessante Ansicht. Aber es ist doch wirklich so, dass man heutzutage nur noch selten ein Buch zur Hand nimmt, wo man sagt: DAS gab es so ja noch nie. Selbst das Öko-Thriller-Genre, das ich überdies sehr schätze, ist schon gut gefüllt mit Bestsellern. Aber ich glaube die breiteste Sparte überhaupt decken "Wer hat wen getötet"-Krimis und "Ich liebe dich über alles"-Romane ab. Ich muss ehrlich gestehen, dass mich derleib Exposées, die bereits auf dieses Genre, diesen Inhalt anspielen, überhaupt nicht ansprechen, ich das Buch gleich wieder hinlege...
meine Wertung:
Autor

DonQuixote
01.07.2009
22:29 Uhr



Na gut, ich persönlich kann mir auch schöneres vorstellen als die genannten Spartenromane. Du sagst, es ist heutzutage so... Ich denke, es war schon immer so. Natürlich, wenn wir heute zurückblicken, sehen wir die ganz großen Bücher, die die Jahrhunderte überlebt haben und denken: Das wars! Das ist Kunst! Aber tatsächlich war es damals nicht anders als heute, nur dass die Bücher die in der Vergangenheit die breite Masse angesprochen haben inzwischen untergegangen sind. Und das zeigt doch auch, worum es geht, wenn es überhaupt um etwas geht, das Andauern einer Geschichte. Aber wodurch dauert sie an? Ich glaube nicht dadurch das sie irgendwann mal neu war, denn Neu ist ein Umstand der mit Zeit zu tun hat. Andauernde Geschichten sind zeitlos, nicht weil sie die Jahrhunderte überleben, sondern weil sie die zeitlose Ebene des Menschseins ansprechen. Aber so einen Treffer zu landen hat auch mit Glück zu tun, die Zukunft bleibt ungeschrieben. Krimis und Liebesromane basieren meist auf Schema F und Lehrbuchweisheiten ;o) Das ist ein Grund warum sie funktionieren, aber auch der Grund warum sie stagnieren. Was ich sage, sind allerdings alles nur Theorien, dessen bin ich mir bewusst. Einen Bestseller habe ich auch noch nicht gelandet und selbst wenn, ich wüsste es wohl trotzdem noch immer nicht besser...
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Autor

Diele
02.07.2009
09:16 Uhr



Also bitte ... Natürlich gibt es Neues in der Literatur - immer dann, wenn die Menschheit einen Quantensprung macht. War die SF-Literatur seinerzeit nicht etwas vollkommen Neues und kam sie nicht erst auf, als Wissenschaftler die Raumfahrt entwickelten? Gehen wir noch weiter zurück .. War die frühste Literatur nicht religiös-göttlich geprägt und wurde sie nicht erst durch Büchner usw. menschlich/irdisch? Mit Kopernikus/Galilei änderte sich das universelle Bild und die Literatur wurde aufklärerisch. Und wie ist das heute? Ich meine: wie sieht das Menschenbild heute aus? Ist die Wissenschaft nicht dabei, die Seele endgültig abzuschaffen? Und wo bleibt der freie Wille, da wir jetzt wissen, dass uns die Gene lenken? Apropos Gene ... Es ist ungeheuerlich, was zur Zeit in den Labors geschieht. Und das soll kein neues Thema für die Literatur sein? Aber schon immer hinken die Dichter der Wissenschaft hinterher. Und warum? Weil sie zu sehr mit sich beschäftigt sind. Entschuldigt: Kommt mir vor, wie das Lutschen alter Kamellen. Leben ... das ist auch so was. Leben und fühlen wir wirklich so wie zu Goethes Zeiten? Wenn ja, dann werden wir bald mächtig auf die Nase fallen. Aus dem homo sapiens wird ein homo electronic. (Wenn er's nicht schon ist. Man muss nicht unbedingt einen Chip im Gehirn haben, es genügt die Stöpselverbindung mit dem Computer). Gegenwärtig ist der mainstream die Pop-Literatur. Heute ist sogar alles Pop. Ist das raffinierte Ablenkung? Sollen wir nicht sehen dürfen, was da heimlich geschieht? Denn auch das ist ein Punkt, ein Thema: Noch nie war die Industrie so mächtig wie heute. Nicht nur Wissenschaftler arbeiten für sie, selbst Regierungen müssen sich ihr beugen. Hau. Der 68er hat gesprochen.
meine Wertung:
Autor


02.07.2009
14:15 Uhr



Die SF-Literatur wurde nicht erst geboren, als die Raumfahrt entwickelt wurde. Welch Blödsinn! Um nur ein Beispiel zu nennen: Jules Verne. Er gilt als einer der Begünder der SF-Literatur und seine Romane sind rund ein halbes Jahrhundert vor den ersten Ideen (für die technische Umsetzung) in Richtung Raumfahrt enstanden! Jules Verne veröffentlichte die Meisten seiner Werke in den 1860er Jahre, wohingegen die erste Flüssigkeitsrakete erst 1926 erfolgreich getestet wurde. 1923 erschien das bekannte Werk "Die Rakete zu den Planetenräumen" von Hermann Oberth, welches die theoretischen und technischen Grundlagen der Raketentechnik lieferte. Wenn man es ganz genau nimmt, dann hat der SF- oder Zukunftsroman Vorläufer, die weit älter sind. Zitat Wikipedia: "Nach der Entwicklung des Fernrohrs wurde der Mond als ausgedehnter Himmelskörper erkannt, und im Zeitalter der Entdecker wurde sogleich von Mondreisen geträumt (Johannes Kepler: Somnium, dt. Der Traum, 1634; Cyrano de Bergerac: L’histoire comique contenant les états et empires de la lune, 1656). Voltaire führte seine Leser im Micromégas (1752) in den weiten Weltraum, während Jonathan Swift in Gullivers Reisen (1726) fremde Völker und Kulturen auf der Erde erkundet. Julius von Voß extrapolierte in Ini. Ein Roman aus dem ein und zwanzigsten Jahrhundert (1810) militärische und kulturelle Erfindungen, von Massenvernichtungswaffen bis hin zur allgemeinen Sozialversicherung. 1877 meinte der Italiener Schiaparelli Marskanäle gesehen zu haben. Im 19. Jahrhundert finden sich Elemente der Science Fiction bei Autoren wie Edgar Allan Poe, Nathaniel Hawthorne und Fitz-James O'Brien. Ein deutscher Vertreter war E.T.A. Hoffmann." --- Und: Der wohl erste SF-Roman "Frankenstein" von Mary Shelley wurde 1818 zum ersten Mal veröffentlicht.
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Autor

Ikarus
02.07.2009
14:22 Uhr



ich glaube nicht, dass litertur die politischen, wirtschaftlichen und wissenschaftlichen verhältnisse zwingend wieder spiegeln muß; das ist der sachlitertur überlassen. in der belletristik geht es (nach meiner auffassung) in erster linie um gefühle, befindlichkeiten, zwischenmenschliches, fantastisches. autoren fangen an zu schreiben, weil sie sich etwas von der seele reden wollen; etwas das sie ganz persönlich betrifft oder beschäftigt. auf die art sind auch die grossen werke entstanden, von denen hier geredet wird. was in irgendwelchen labors geschieht, betrifft mich nicht unmittelbar; es sei denn, ich arbeite dort, will eine künstliche befruchtung für meine Frau oder so etwas. wie auch immer: ich wehre mich dagegen, die literatur vor den karren aufklärung über politik, wirtschaft und wissenschaft zu spannen; das müssen sachbücher leisten, nicht prosa. (natürlich gibt es auch romane über das thema, aber das sind nicht unbedingt aufklärungsbücher) die 68iger sind mir übrigens ein begriff und deshalb weiß ich auch, dass in der zeit einige irrtümer begangen wurden und manchmal eine ziemliche scheiße daher gelabert wurde. trotzdem war diese zeit natürlich unheimlich wichtig für die liberalissierung deutschlands. dass wir inzwischen in einen regelrechten konsumtaumel verfallen sind, und diesen zum lebenssinn erhoben haben, finde ich natürlich auch nicht gut. und dass die überwachung a la orwell inzwischen wirklichkeit geworden ist und experimente gemacht werden, die ethisch unverantwortlich sind, sehe ich auch. (nur um keine falsches bild entstehen zu lassen) Dennoch sollten diese Sachverhalte (wenn sie aufklären sollen) den Sachbüchern überlassen bleiben. gruß, ikarus
meine Wertung:
Autor


02.07.2009
15:43 Uhr



Achso, was ich ganz vergessen habe: Ich verstehe diese Diskussion hier nicht, weil sie keinen Inhalt hat. Hier wurden Mutmaßungen darüber angestellt, ob die Literatur nicht als solches ausgedient hat (denn darauf läuft es hinaus), weil sie "nichts Neues" hervorbringe. Hier fallen so Sätze wie "Von Autoren zu erwarten etwas Neues zu schreiben wäre so, wie von einem Kind zu erwarten statt dem Laufen das Fliegen zu lernen." (Don Quixote) - Das ist traurig, findet ihr nicht? Dann las ich etwas von "neuer Literatur", da war die Rede von SF und Bio-Thriller (oder so ähnlich) und von Romanen, die die Zeit überdauern, von immer wiederkehrenden Themen wie Liebe, Hass, Eifersucht, Mord... -Das ist ersteinmal ganz schön viel. Darauf n Schluck Wein, ne, lieber gleich n ganzes Glas, irgendwie muss dass doch auszualten sein. Schön finde ich , wie hier scheinbar detailliert disutiert wird. Da wird wirklich nichts ausgelassen und man will genau sein und Stürtzt sich auf Einzelheiten, akkurat solls sein und geschliffen formuliert. Und in all diesem Gedankensumpf, es ist ein wenig wie der Kaninchenbau in "Alice im Wundeland", ständig wird einem etwas neues geboten, es ist verlockend und wir wissen nicht wem oder was wir folgen sollen, da blickt kein Mensch mehr durch. Nun gut. Vielleicht wachen wir in einiger Zei auf, mit brummendem Schädel, der Wein fordert Tribut. Und dann, nach Aspirin, Kaffe und drei Zigaretten: ein neuer Tag beginnt. Und da ist diese dunkle Erinnerung, dieses unbefriedigte Gefühl, der Wahrheit nicht nähergekommen zu sein, stellt sich wieder ein. Und dann mit einem Mal: PENG! Wie ein Paukenschlag hämmert es im Kopf: der Ansatz der Diskussion war der Falsche. Es ist nicht eine Frage des Genres und schon gar nicht die des menschlichen Gefühls. Es ist vielmehr eine Frage von Rezeption und Reflexion. Und da gibt es eine scharfe Trennung zwischen Unterhaltungs- und literarischem Roman, welche unscharfe Konturen aufweist. Im Klartext: Literatur hat zur Aufgabe, wie jede andere Kunst auch, Gesellschaft zu Beobachten und im zweiten Schritt zu reflexieren, der Welt den Spiegel vorzuhalten, mögliche Zukünfte zu generieren und somit Fragen aufzuwerfen und vielleicht auch Antworten zu geben. -Dies alles eingepackt in möglichst spannende, interessante Geschichten über Menschen. Und so lange wir Menschen nunmal emotionale, sexuelle und hierarchische Wesen sind, wird Literatur immer von Dingen handeln, wie Liebe, Hass, Tot und Macht, von Intrigen und Revolution, von Unterdrückung und Befreiung, von Schönheit und Ekel, usw. usf. In Kurzform: Solange es Menschen gibt, wird Literatur von menschlichen Dingen handeln, doch so lange sie das Prinzip von Rezeption und Reflexion einhält und gesellschaftliche Themen aufgreift, so lange wird sie auch neues hervorbringen. Das dies tendenziel nicht in der Unterhaltungsliteratur zu finden ist, dürfte klar sein, denn diese Bücher zielen auf etwas anderes ab.
meine Wertung:
Autor


02.07.2009
15:57 Uhr



@Ikarus: ziehmlich beschränktes Verhältnis zu Literatur... du ließt scheinbar am liebsten Arztromane.
meine Wertung:
Autor


02.07.2009
17:14 Uhr



Und davon abgesehen: Du hast sehr direkt mit dem zu tun, "was da in den Laboren geschieht": geh doch mal in den Supermarkt! Oder noch besser: fahr raus aufs Land und du bist umgeben von "Gengepimpten" Getreidefeldern. Also: Gentestgelände überall, zumindest in S-H.
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Autor

DonQuixote
02.07.2009
19:01 Uhr



Apropos Beschränkungen m-aps: Ich schrieb: "Von Autoren zu erwarten etwas Neues zu schreiben wäre so, wie von einem Kind zu erwarten statt dem Laufen das Fliegen zu lernen." Und kurz darauf: "Allerdings kann man ihm durchaus Vorwürfe machen, wenn er von vornherein niemals versucht hat neu zu sein. Denn das wiederum wäre so, als würde ein Kind sich weigern Laufen zu lernen, weil es inzwischen Busse gibt." Du schriebst: "Solange es Menschen gibt, wird Literatur von menschlichen Dingen handeln, doch so lange sie das Prinzip von Rezeption und Reflexion einhält und gesellschaftliche Themen aufgreift, so lange wird sie auch neues hervorbringen." Beides läuft auf das Selbe hinaus. Du hast Recht, das ist tatsächlich traurig :oP
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Autor

Cody1988
02.07.2009
19:22 Uhr



Es ist echt goldig, wie ihr euch gegenseitig in mannigfaltigen Aufschaukelungsprozessen auf die Palme bringt^^ Egal, welchen Titel ein Blog trägt und was er bezwecken soll - letztlich pumpt ihr euch immer nur an, kritisiert des anderen Aussagen und verdreht sie möglicherweise. Das ist schon komisch. Dieser Blog scheint sehr negativ konnotiert - für mich zumindest. Wie wäre es, wenn wir mal anfangen würden, POSITIVE literarische Gegebenheiten zu erläutern, zu kommentieren und zu analysieren... anstatt permanent aufeinander rumzuhacken und Statements ins Gegenteil zu verkehren. Wir sind ein Kreis von Menschen, die Versuchen, über ihre Gabe Geschichten zu erzählen. Also wie wäre es dann, wenn wir mal über DIESE Geschichten, die wir gerne einmal erzählen möchten, sprechen würden. Welche Themen würdet ihr denn gerne einmal prosaisch vertonen?
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02.07.2009
19:34 Uhr



Nicht goldig, blutig... Ein Roman über (das/die Themen dahinter): Rationale Psychologie, Metaphysik und Fundamentalontologie....
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Autor

luzi78
02.07.2009
19:46 Uhr



Och Gott nein!!!! Nicht mehr so schwere Kost! Die Büchereien sind voll von elitärem Gebrabbel!
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Autor

Ikarus
02.07.2009
22:32 Uhr



ich wollte eigentlich nur sagen, dass literatur in erster linie futter für die seele sein sollte (glaube ich wenigstens) ich lege 10 mäuse hin, zieh mir einen schmöker aus dem regal und fahre nach hause. dort setze ich mich bei einem tee (oder wein) hin und mache mir ein paar vergnügliche stunden. und das muß nicht bedeuten, dass ich rosamunde pilcher lese. das geht mit hesse, schiller, bukowski, t.c. boyle, jack kerouac, b. lebert, elke heidenreich und anderen sachen - die durchaus etwas anspruchsvoller sind, als arztromane. und vom schreiber aus (autor) denke ich mal, ist es die größte Lust und der eigentliche Antrieb, auf dem Papier zu fabulieren; homo fabulus. die absolutheit, mit der du deine "wahrheiten" verkündest, m-aps, ist bewundernswert. (klatsch, klatsch ...) das wort "beschränkt" geb ich dir deswegen wieder zurück; bei dir ist es besser aufgehoben. h gruß, ikarus
meine Wertung:
Autor

Cody1988
02.07.2009
22:45 Uhr



Vergnügliche Stunden? Also mit Hesses "Steppenwolf" hatte ich wahrlich nicht solche Stunden. Eine psychologische Abhandlung einer kaputten Seele... aber seine Gedichte sind schön. Besonders "Stufen". Ich glaube einfach mal, dass meine Literaturinteressen stark von den euren abweichen - letztlich natürlich abgrund unserer Altersdifferenzen. Für mich geht es darum, niveauvoll unterhalten zu werden. Mit "Klassikern" der Literatur, die du da aufgezählt hast, Ikarus, die den Anspruch erheben, anspruchsvoll zu sein,sind nichts für mich. Als Spiegel der damalige Zeit - okay. Aber als "Unterhaltungslektüre"...? Jetzt muss ich euch Literaturgötter aber mal zu eurer Meinung zu der vielfach angepriesenen "Effi Briest" befragen. Ich persönlich kann damit nichts anfangen. Keine interessante Handlung. Keine dramatischen Höhe- oder Wendepunkte. Kein Spannungsbogen. Viel zu viele Details bezüglich der Umgebung... sicher - damals war das noch was tolles. Aber ließt man das DESWEGEN heute? Weil es DAMALS "in" war, weil es damals die derzeitige Situation geschildert hat. Dann bitte als detailüberfülltes Sachbuch.
meine Wertung:
Autor

Cody1988
02.07.2009
23:11 Uhr



Moment: Wer von euch kennt den Film Hauted Hill? Und wer Hohlbeins Nemesis-Reihe (die ich geradezu verschlungen habe)? Und wem fallen die Parallelitäten auf? 5 Leute werden und Vortäuschung falscher Tatsachen auf ein Schloss geführt. Es winken 1 Mio Dollar. Im Ansatz bei beiden dasselbe Prinzip. Kann es nicht sein, dass Wolfgang diesen Film irgendwann einmal gesehen hat und Jahre später von seinem Unterbewusstsein dies als "Idee" vorgegaukelt bekommen hat? Nächste Woche kommt im TV "Three. Gleich bist du tot." Ein Psychokiller, der seine Opfer, die allesamt etwas ausgefressen haben, zu bestialischen Spielen zwingt... SAW lässt grüßen... Haunted Hill. Ein gruseliges Haus, das erst am nächsten Morgen von Menschen regulär besucht würde. Welch unstete Linie zu "Das Geisterschloss" Stets dasselbe Schema. Nur andere Kameraführung und andere Namen. Andere Schreibweise, anderer Ort... aber eine neue Idee ist das nicht. "unterbewusst plagiativ" nenn ich das.
meine Wertung:
Autor

Ikarus
02.07.2009
23:38 Uhr



warum man liest, cody? um sich eine gute zeit zu machen. der eine mit dem autor, der andere mit einem anderen - dafür gibt es ja soviele verschiedene. ich mag hesse (den steppenwolf mehrfach gelesen), weil er der gleiche sinnsucher ist, wie ich selbst. (das schätze ich mal so ein)seine sprache ist für mich faszinierend, seine figuren, seine geschichten überhaupt - die weit über alltägliches hinaus gehen und doch auch den alltag und das leben in einer weise wiederspiegeln, die mir gefällt. es ist erbauend für mich, ihn zu lesen. ich lese auch bukowski, der eher die rauhe variante eines autors darstellt. seine geschichten handeln von sex, suff und rennbahn. aber sie haben soul, wenn du verstehst, was ich meine. ich habe auch einen gedichtband von schiller, in dem ich hin und wieder schmökere. neuere sachen lese ich auch: "kannst du" von benjamin lebert oder "zwölf" von nick macdonell. jo, soweit erstmal, gruß ikarus
meine Wertung:
Autor

DonQuixote
03.07.2009
00:25 Uhr



Ich lese zwar, obwohl auch ich ein Kind der Achtziger bin, lieber die bereits angestaubten Bücher als die neuen Romane (das ist also definitiv keine Frage des Alters), aber das hat nicht allein mit Anspruch zu tun, sondern erstmal mit Gefallen und Zustimmung, damit fängt alles an. Hesse (Unterm Rad) musste ich in der Schule lesen und fand ihn langweilig, nicht mehr und nicht weniger. Den Einwurf von Luzi war ganz treffend. Weg mit den selbsternannten Eliten, die braucht kein Mensch. Das man nur liest, um sich eine gute Zeit zu machen, würde ich nicht unterschreiben. Das ist nur eine der Möglichkeiten. Wenn es nur noch darum geht sich gute Zeiten zu machen, endet die Literatur früher oder später wie das Fernsehen. Literatur hat Macht, sie nimmt Einfluss auf die Menschen und sicherlich, niemand weiß letzten Endes was als sinnvoll betrachtet werden kann und was nicht. Ich wage einfach mal zu behaupten, sich seiner Möglichkeiten zu berauben ist nicht besonders sinnvoll. Aber genau das tut man, wenn man die Literatur beschränkt, egal auf was, auf die gute Zeit, den Unterhaltungswert, den Anspruch etc. Wie stehts da mit der Verantwortung der Autoren?
meine Wertung:
Autor

Diele
03.07.2009
07:44 Uhr



SF ist ein bisschen mehr als die Reise zum Mond. Und von einer Reise zum Mond hat mancher bestimmt schon lange vor Verne geträ#umt. Wir streiten wohl um den Begriff. Ist auch unwichtig. Mir ging es eigentlich nur darum, über eine zeitgemäße Literatur zu diskutieren. Und da gibt es, meine ich, völlig neue Themen für einen Autor. Aber wie ich sehe, bleiben Klassiker (Hesse!) im Fokus, also nicht gerade Literatur von heute. Und was der Mensch heute ist(und wie er sich empfinden muss nach all den wissenschaftlichen Erkenntnissen der Gegenwart) kann mir Hesse nicht sagen. Ich bin da wohl etwas außerhalb des allgemeinen literarischen Disputes. Macht nichts. Jeder nach seiner Fasson.
meine Wertung:
Autor

Ikarus
03.07.2009
10:34 Uhr



Na, dann sag mir doch mal Don Quixote, welche Dimension Literatur noch zu erfüllen hat,ausser dass sie mich seelisch erbaut? Und damit meine ich nicht, das sei hier nochmal betont, billige Unterhaltung. Die großen Klassiker wie Hesse, Goethe, Schiller etc. sagen uns heute deswegen noch etwas, weil sie zeitlos geschrieben haben. Der Mensch ist, war und wird immer der gleiche sein (in seiner Befindlichkeit), nur dass er eben jeweils zeitbedingt mit anderen Gegebenheiten konfrontiert ist. Unterm Strich aber, ist er der blöde, alte Sack geblieben (augenzwinkernd gemeint), der er immer war. Und das ist dann auch schlicht der Grund, warum die Klassiker immer noch lesenswert sind. HG, Ikarus
meine Wertung:
Autor

Ikarus
03.07.2009
10:47 Uhr



Gerade eingefallen: Es gibt noch einen Grund, die Klassiker zu lesen. Nämlich den - dass das Zeug, das heute geschrieben wird, um einiges flacher ausfällt. HG, Ikarus
meine Wertung:
Autor

DonQuixote
03.07.2009
14:08 Uhr



Da gibt es doch noch eine ganze Menge Ikarus. Aber ich vermute diese Sache ist eine Frage der Definition, sicher meinst du mit der Erbauung etwas anderes als ich mir darunter vorstelle, weshalb es sinnlos wäre lang und breit weitere Dimensionen, wie du es nennst, aufzulisten. Alles was du sonst gesagt hast, ist auch meine Meinung, da sind wir uns also einig. @ Diele: Ich finde nicht, dass du außerhalb des literarischen Disputes bist. Aber ich frage mich, sind diese Themen tatsächlich neu? Ich äußerte meine Meinung dazu weiter oben schon mal, Ikarus tat es unter dir auch noch einmal. Lediglich das Umfeld hat sich geändert, die Motivation ist gleich geblieben. Ich weiß zwar, was du meinst und würde auch behaupten, du hast nicht ganz Unrecht mit dem was du über die Raumfahrt etc. weiter oben gesagt hast, ich denke nur, das dies lediglich die halbe Wahrheit ist. Seit jeher wollen die Menschen Macht, Bequemlichkeit, Liebe, Anerkennung... solche Dinge. Du beschränkst dich auf die Technik, aber diese ist nur der Vermittler, die Ursache ist der Mensch. Wenn du sagst, wir würden nicht mehr so fühlen wie vor 100 oder 200 Jahren, dann würde mich interessieren (und ich meine das nicht ironisch) woran du diese Veränderung festmachst. Vielleicht an unserem Verhalten? Das hat sich in einigen Dingen sicherlich geändert, aber wenn man die Ursachen dafür bis zu ihrem Ursprung zurückverfolgt, findet man nichts als altbekannte Beweggründe und Gefühle: Frustration, Einsamkeit, Unzufriedenheit. Allerdings, bei all dem nüchternen Gesülze, muss man immer mal wieder betonen, dass der Wille etwas Neues zu erreichen und die Hoffnung das es einem auch gelingt unabdingbar ist. Und in gewisser Weise gibt es ja auch neuartige Literatur, denn es ist nicht immer eine Frage des Gegenstandes, sondern es kommt auch auf den Betrachtungswinkel an.
meine Wertung:
Autor


03.07.2009
14:37 Uhr



wie war...
meine Wertung:
Autor

Diele
04.07.2009
18:01 Uhr



Ich bin noch immer nicht überzeugt, dass der Mensch seit Anbeginn immer noch der gleiche ist. Vor einer Million Jahre begann seine Entwicklung, wieviele Entwicklungsstufen hat er seitdem genommen - und es geht weiter. Ja doch - er entwickelt sich immer weiter, auch jetzt noch, schneller als früher, unsere Urgroßeltern wären entsetzt, wenn sie sähen, wie wir leben, fühlen und denken. Wir fühlen uns längst nicht mehr als die Krone der Schöpfung, wir sind nur ein höher entwickeltes Tier und jetzt stellt sich auch noch heraus, dass auch unser freier Wille so frei nicht ist. Freilich, den Meisten ist das nicht bewusst - sie leben, könnte man sagen, wie eh und je. Und das ist ein Irrtum. Wir leben in einer Umbruchzeit. Es hat schon seine Gründe, warum so viele Menschen in die Religion udn die Esoterik flüchten, auf der Suche nach einer neuen Sicherheit. Das bisher Gesicherte, das Alte bricht weg, es kommt etwas Neues. Und wie das rumort - Probleme, Unruhe, Ängste überall.. Wenn es uns auch nicht bewusst ist, wir verändern uns schon. Es gibt keine Seele, es gibt keine Unsterblichkeit, es gibt nicht mal mehr ein klares umgrenztes Ich und Gott, der ist schon lange tot... Wie kann man sagen, wir denken und fühlen noch wie zu Goethes Zeiten? Nebenbei: Zu Goethes Zeiten gab es den Osterspaziergang in der Natur, heute spaziert man man an Feiertagen in Konsumtempeln herum. Und möglicherweise denken und fühlen wir gar nicht mehr, wir werden gedacht und gefühlt ... Alles ist möglich geworden. Ich wünschte, ich wäre sicher, wer oder was ich bin. Nein, ich will kein apokalyptisches Szenarium aufbauen. Nur: machen wir es uns nicht zu leicht, wenn wir sagen: der Mensch war schon immer so? Und seien Themen heißen imemr udn auf ewig Liebe, Tod, macht etc. .. Die Liebe hat sich radikal verändert, das Altern wird schon hinausgezögert und, wer weiß, vielleicht besiegen wir eines Tages sogar den Tod (wenn wir das Zellensterben stoppen können, in diese Richtung wird in den Labors schon gearbeitet ..) Stop. Keine Abhandlung. Aber vielleicht habe ich mich jetzt ein wenig klarer ausgedrückt.
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Ikarus
04.07.2009
19:36 Uhr



Don Q. stimmt! den blickwinkel, den hab ich ganz vergessen zu erwähnen. der ist ja eigentlich die grösste chance eines autors, sein ding zu machen. das macht die sache (literatur) ja eigentlich erst interessant. zehn leute schreiben über das gleiche thema und es kommen zehn verschiedene geschichten dabei raus. HG, Ikarus
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Ikarus
04.07.2009
19:42 Uhr



du hast da schon recht, diele, wir leben nicht mehr in der steinzeit und auch nicht zu goethes zeiten. die umstände ändern sich und auch das denken und fühlen der menschen passt sich diesen gegebenheiten an. aber der affe, der tief in uns sitzt, der fressen, saufen, vögeln, hausen und kommunizieren will, der ist gleich geblieben. wenn goethe zu seiner zeit über die "leiden des jungen werther" schreibt, dann muss das eben heute (den zeitumständen gemäß) heißen: "voll die uncoolen troubles mit love und so" (oder so ähnlich) ich frag dich allen ernstes: wo ist der unterschied? und wer zwingt dich, das in goethemanier zu schreiben? das leben der menschen in der steinzeit, um nochmal darauf zurück zu kommen, drehte sich vermutlich hauptsächlich um: essen, trinken, partnerwahl, behausung, anschluss an eine gruppe. und wie ist es heute? HG, Ikarus
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05.07.2009
02:46 Uhr



ich werde mich nun von dieser community und ihren unsinnigen (da ergebnislosen) diskussionen verabschieden. der ein oder andre wird sicher erfreut sein, schließlich war ich für einige sehr kofrontativ. aber davon nun genug. japadu ist tot.
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Cody1988
05.07.2009
10:42 Uhr



Kann ich dir nur zustimmen. Dieser Blog hier endete letztlich so wie der andere. Und zudem schweben wir nun in den unendlichen Weiten der so deklarierten "Weltliteratur", was uns Autoren hier auf Japadu in Bezug auf UNSER Fortschreiten natürlich UNBEDINGT weiterhilft... wirklich schade...
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DonQuixote
05.07.2009
14:38 Uhr



Interessante Betrachtungsweise. Zu erwarten, das derartige Diskussionen in einem Ergebnis enden, hieße zugleich, zu erwarten dass wir zuletzt alle derselben Meinung sind. Diese Auffassung beinhaltet das man nicht in der Lage ist sein Gegenüber als eigenständig denkendes Wesen wahrzunehmen. Ziel einer Diskussion ist es doch die Denkweisen anderer kennenzulernen und anhand derer seine eigene kritisch zu betrachten und zu hinterfragen. Ich für meinen Teil sehe im Kennenlernen anderer Meinungen eine Bereicherung und das genügt als Ergebnis und ist auch nicht nutzlos für das eigene Tun und erst recht nicht nutzlos in Bezug auf die Textarbeit bei Japadu. Bedenklich finde ich diese zum Teil leicht profitorientierte Stimmung hier, die ab und an hindurchschimmert, dieses "stimmst du mir nicht zu, ist jede Diskussion überflüssig", "kann ich nicht genug Nutzen für mich rausziehen ist sie ebenfalls überflüssig". Hier stehen einige sehr interessante Meinungen, die verdienen das man sie respektiert, sich mit ihnen auseinandersetzt und nicht so mir nichts dir nichts als Null und Nichtig abtut, nur weil sie nicht den eigenen Erwartungen entsprechen. Eine seltsame Haltung, besonders für Autoren, die sich gern für die Empathen schlechthin halten. Im letzten Kommentar von Diele wurden ein paar Punkte angesprochen, über die ich gern noch mehr erfahren hätte. Aber ständig werden die Diskussionen hier durch Nörgerleien unterbrochen, entweder weil jemandem nicht gefällt in welche Richtung sie sich entwickeln oder weil Leute sich regelmäßig dazu veranlasst fühlen Gericht über das Geschriebene abzuhalten. Das ist das einzige, was hier momentan wirklich nervtötend und sinnlos ist. Ich gehe einfach mal davon aus, dass jede Diskussion von selbst einschläft, wenn das Thema ausgereizt ist, da muss nicht jedesmal ein Henker kommen.
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Ikarus
05.07.2009
16:23 Uhr



ich stimme dir zu, don q, und bleibe! dass alle derselben meinung sein müssen, aus irgendeinem grund, ist ja wohl absurd. dann bräuchte man sich nicht auszutauschen. ich jedenfalls finde es interessant ein völlig konträre meinung präsentiert zu bekommen, die mich vielleicht sogar zum überdenken meiner eigenen position führt - oder sie eben bestätigt, das kann auch sein. ich freue mich übrigens nicht, m-aps, wenn du gehst. (du meinst ja wohl mich mit deiner bemerkung) würde mir aber wünschen, dass du deine meinung sachlicher vorträgst; dann gibt es von meiner seite aus keinen einwand. wie auch immer: wir sind jetzt vier leute, die mal was gesagt haben (das ist ja schon viel) ich hab mich jedenfalls darüber gefreut und möchte nochmal betonen, dass ich es schade finde, wenn zwei leute sich jetzt einfach verabschieden. jo, soweit erstmal von mir! gruß, ikarus
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05.07.2009
19:04 Uhr



Ein Nachtrag. Ihr habt mich vollkommen falsch verstanden! Ich meinte nicht, dass wir am Ende einer Diskussion einer Meinung sein müssen. Das dies NICHT Ziel einer Debatte ist, ist mir klar. Mir ist aufgefallen, dass ich täglich bis zu zwei Studen auf dieser Plattform online war. Die Frage ist, wo der Nutzen für mich besteht. Unsere Diskussionen mögen ja Spaß machen (tun sie meist allerdings nicht), doch ich sehe nicht, dass ich daraus etwas für mein Schreiben lernen kann. japadu.com ist eine Community von "Labertaschen"! Hier wird nicht konkret an Texten gearbeitet, hier wird über Gott und die Welt diskutiert, aber der eigentliche Zweck dieser Community bleibt praktisch gänzlich unbeachtet. Wenn jemand wirklich etwas über das Schreiben lernen will - und das geht nunmal nur über den schmerzhaften Weg: sich allesvernichtender Kritik auszusetzen, zu überarbeiten und wieder zu überarbeiten und nochmal zu überareiten (das bedeutet nicht, dass man ohne zu überlegen jeglichen Kritikpunkt übernehmen muss) - bei unseren Teekränzchen kommt da allerdings nichts bei raus, da ist Fakt. Für jemanden, der einfach nur gern schreibt, ist das in Ordnung, so kann er sich die Illusion bewaren in Wahrheit ein verkanntes Genie zu sein. Für Jemanden, der das Schreiben zu seinem Beruf machen möchte, ist japadu ein Abstellgleis. In diesem Sinne, ich wünsche euch allen viel Erfolg auf euren weiteren Wegen. Liebe Grüße, m-aps. P.S.: Schaut doch mal bei google - japadu ist nicht die einzige Plattform.
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Cody1988
05.07.2009
21:35 Uhr



In der Tat gibt es noch mehr Plattformen, auf der Autoren ihre Werke der Kritik anderer zur Verfügung stellen können. Da wären beispielsweise e-stories.de; hierschreibenwir.de; junge-literatur-online.de, writeatext.de; bookrix.de... aber auf all diesen Seiten winken einem neue, andere "Probleme" entgegen. Selbstverständlich sind diese Seiten in jeglicher Hinsicht auf einem immens höheren Niveau als Japadu. Aber sie haben ihre ganz eigenen Macken. Auf Hierschreiben wir stößt man fast nur auf "Oh... wie schön"-Kommentare von präpubertären "Twilight"-Fangirls. e-stories bietet keine wirkliche Möglichkeit des Gedankenaustausches wie hier. Junge-Literatur ist ebenfalls auf ein jüngeres Publikum ausgerichtet. Und writeatext ähnlich "entschlafen" wie Japadu. Aber letztlich sind alle prall gefüllt mit Texten - und es gibt nicht so "lächerliche" Features wie ´Autor des Tages`... einen Titel, den man sich erkaufen muss, oder den man, noch peinlicher, verliehen bekommt, wenn ich für den jeweiligen Tag keiner käuflich erworben hat... Ich würde mich wie gesagt - und da bleibe ich bei meiner Meinung - über einen Gedankenaustausch erfreuen, der sich mehr MIT UNS (unserem Denken, unserem Befinden bezüglich der Schriftstellerei, unseren literarischen Vorstellungen von einem guten Buch) befassen, als mit Goethe und Schiller. Insofern ganz liebe Grüße euer Cody
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Cody1988
05.07.2009
21:35 Uhr



Im Übrigen: m-aps, Don Q, Ikarus, Diele und ich ... das sind fünf, nicht vier ^^
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DonQuixote
05.07.2009
22:58 Uhr



Mein Vorschlag: Konzentrieren wir uns doch von nun an auf die Autoren und nicht zu sehr auf die Seite, die doch nur Mittel zum Zweck ist. Ob sie nun blau gestreift oder kariert ist, ist unerheblich. Wir sind hier zu fünft oder nach m-aps Fortgang zu viert, das ist keine schlechte Basis. Ich war jahrelang auf einer gut besuchten Literaturwebsite. Desto mehr Mitglieder, desto größer die Anonymität und desto geringer die Chance das man überhaupt gesehen wird. Textarbeit ist da meistens auch nur den oberen Zehntausend vergönnt. Also nutzen wir doch die Chance, statt der Masse auf die Klasse zu achten. Ja und warum sollten wir nicht auch explizit über "unser Schreiben" sprechen. Nachdem ich nun von jedem von euch Dreien etwas gelesen habe, würden mich die Hintergründe, bzw. die Absichten und Strategien die dahinter stehen durchaus interessieren. Ich halte es für ganz sinnvoll zu wissen wohin ein Autor mit seinen Texten steuern möchte, bevor man sie kommentiert. Ich muss aber noch anmerken, es ist nicht immer ganz leicht sich zu orientieren, bei der Vielzahl der eingestellten Texte pro Autor. Es stellt sich also noch die Frage: Wo anfangen? Nur der Autor kann wissen bei welchem Text momentan Priorität herrscht. Ein bißchen Organisation wäre nicht schlecht. Ich werde mal sehen, ob ich nich auch etwas finde, was ich demnächst einstellen kann, damit ich mich wieder zu den Autoren zählen darf. Der Japadu Wettbewerbsflopp ist zwar noch immer nicht ganz verdaut, aber, wie man so sagt, wer nicht wagt der nicht gewinnt. Also klar, meinetwegen können wir loslegen, ich wäre dabei. Ich hätte im Übrigen gern alles stehen und liegen lassen um dir m-aps eine allesvernichtende Kritik zu schreiben. Es wäre mir sozusagen eine Ehre gewesen, aber ich habe bislang noch keinen Text von dir gefunden.
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Ikarus
07.07.2009
14:36 Uhr



der m-aps iss fort! ich hab doch von vorne herein gesagt, dass wir zu viert sind. hg, ikarus
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