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Japadu - Blog - es ist so still geworden, kommt die friedhofsruhe zurück?

es ist so still geworden, kommt die friedhofsruhe zurück?

wer etwas dazu sagen will, soll!

Autor: Ikarus | Veröffentlicht: 11.07.2009 23:47 Uhr | Kommentare: 20 | Wertung:
20 Kommentare
Autor

Cody1988
12.07.2009
09:26 Uhr



Ja... stimmt schon... nach heftigen, teils wirren Debatten ist nun eine allumfassende Stille zurückgekehrt. Warum nur keiner mehr was zu sagen hat...???
meine Wertung:
Autor

Diele
12.07.2009
11:09 Uhr



Wahrscheinlich sind es die Ferien. Auch ich bin in drei Tagen für ein paar Wochen verschwunden ... Ich denke, überall breitet sich jetzt Stille aus. Erholen wir uns. Auch von den Debatten. Bis dann!
meine Wertung:
Autor

DonQuixote
12.07.2009
13:41 Uhr



Ich war mit Kommentieren beschäftigt. Und was sollte eurer Meinung nach noch gesagt werden? Die letzte Diskussion wurde beendet, da der Wunsch geäußert wurde, sich mehr mit dem eigenen Schreiben zu beschäftigen. In dieser Hinsicht passierte bislang noch nichts. Ich für meinen Teil bin grundsätzlich zu jeder Schandtat bereit, weiß aber ehrlich gesagt nicht wirklich, welche Erwartungen hier momentan auf Erfüllung hoffen. Im Rätselraten war ich nie besonders gut. Also, wie wäre es zur Abwechslung mal mit einer klaren Ansage? Das würde die Sache erheblich erleichtern und zugleich wirren Debatten vorbeugen.
meine Wertung:
Autor

Ikarus
12.07.2009
15:00 Uhr



wobei man dazu sagen muß, dass diese "wirren debatten" das einzige bisschen leben waren, das bisher statt gefunden hat. jo! klare ansage: weiter machen und keine friedhofsruhe einkehren lassen! das gilt auch für die 140 anderen autoren, die in der tiefkühltruhe gestapelt sind und vermutlich noch aufgetaut werden müssen. im besten sinne: gruß, ikarus
meine Wertung:
Autor

Cody1988
12.07.2009
16:23 Uhr



Da sind sie wieder, die "Vier Bestreiter des kühnen Wortes" :) Na dann, schöne Ferien, Diele. Ja... die mehr als 100 anderen, die sich auf dieser Seite registriert haben, scheinen nicht wirklich mehr an Japadu interessiert zu sein. Aber ehrlich gesagt - hätten wir 4, damals noch mit m-aps als 5. im Boot, nicht angefangen, Gedanken in Form eines Blogs (oder auch mehrerer) auszutauschen, würde hier immer noch Schattenstille herrschen.
meine Wertung:
Autor

Ikarus
12.07.2009
18:30 Uhr



die vier tapferen musketiere, die nie aufgeben: don, diele, cody und ikarus. (einer für alle, alle für einen!)
meine Wertung:
Autor

DonQuixote
12.07.2009
19:38 Uhr



Jetzt aber keine Müdigkeit vortäuschen. The show must go on... Ikarus, erzähl uns mal nen Schwenk aus deiner Jugend...
meine Wertung:
Autor

Ikarus
13.07.2009
14:12 Uhr



was für ne jugend denn? ich hab doch nur zuhause gesessen und hab geschrieben. (grins ...) vielleicht ist das schon der schwank, wer weiß gruß, ikarus
meine Wertung:
Autor

DonQuixote
13.07.2009
21:04 Uhr



Ein sehr kurzer Schwank, Ikarus. (Bei uns im Harz sagt man übrigens Schwenk, ist klar, das war natürlich kein Tippfehler, würde mir nie passieren:oP) Na ja gut, dann teilen wir uns also das Schicksal einer freudlosen Jugend, in der ein angenagter Kugelschreiber der einzige Freund war, den man sich leisten konnte. Wie siehts bei dir aus Cody? Bei dir ist es ja noch nicht so lange her, deshalb dürfte dein Schwank etwas auslandender werden...
meine Wertung:
Autor

Cody1988
13.07.2009
22:22 Uhr



Also mein Schwank schwenkt noch immer, ich bin schließlich noch unantastbar unschuldige 20.:) Übrigens: Wusstet ihr, dass man in Deutschland seit geraumer Zeit tatsächlich Schriftstellerei STUDIEREN kann??? Dieser Master-Studiengang nennt sich "Literarisches Schreiben" und ist - wie es der Zufall doch so will und so weit meiner einer informiert ist - nur am "Deutschen Literaturinstitut Leipzig" studierbar. Praktisch,dass ich da wohne. Und neben dem Abi gilt als Zugangsvoraussetzung lediglich die Einreichung einer 20-seitigen Arbeitsprobe. Die Aufnahmeprüfung besteht dann in der intensiven mündlichen Auseinandersetzung der Prüfer mit dem Prüfling bezüglich der Probe. Ich würde mich freuen, wenn sich mal jemand über google ein Bild von diesem Deutschen Literaturinstitut machen würde. Wie schätzt ihr das ein? Und eine Frage, die mich beschäftigt,seit ich mich mit dem Gedanken des Einschreibens trage,ist: Was bringt mir dann später beruflich ein abgeschlossenes Masterstudium in "Literarischem Schreiben"? Ich meine, ich kriege dann ja nicht einen Autorenvertrag nach dem anderen entgegen geworfen, oder? Und.... mal ehrlich.... Schriftsteller kann man doch auch ohne abgeschlossenes Studium werden. Im Gegenteil. Mir war vorher noch nicht einmal bekannt, dass es so etwas überhaupt gibt. Ich habe zwar schon in den Biographien mancher Autoren gelesen, dass sie einen Abschluss in "Creative Writing" haben, aber ich habe das nie in diese Richtung gedeutet. Und... ich weiß nicht... wenn ich die Wahl habe zwischen mehreren Studienangeboten... da muss ich doch nicht in eine Richtung gehen, Zeit investieren in eine Tätigkeit, der ich auch sehr gut nachgehen könnte, studierte ich etwas völlig anderes nebenbei. Wenn ich jedoch LA studiere, was mich zwar wahnsinnig interessieren und literarisch auch sicherlich unheimlich weiter bringen würde, verbaue ich mir dadurch beruflich die Chancen, neben meinem dann nunmehr Berufshobby in eine andere Richtung meinen Lebensgeist zu investieren... Wie denkt ihr darüber??? Freue mich über jeden Kommentar. Lg Cody
meine Wertung:
Autor

DonQuixote
14.07.2009
17:20 Uhr



Schwierig, schwierig, Cody. Da kann man nur seine persönliche, unfundierte Meinung äußern. Ich kenne mich generell überhaupt nicht mit Studiengängen aus, sondern weiß gerade mal ungefähr, wie man "Universität" schreibt, kann deshalb also nicht mal die Seriosität dieses Institutes einschätzen. Diese Creative Writing - Abschlüsse, sind doch ein US-Import. Mir war ebenfalls nicht bekannt, dass es dergleichen inzwischen auch hier gibt. Ist natürlich fraglich, wie anerkannt ein solcher Abschluss hier zu Lande ist und natürlich ist auch fraglich, wer einen solchen Abschluss überhaupt anerkennen sollte. Du hast dir die Frage bereits selbst gestellt: Was fängt man mit so einem Abschluss an? Ich vermute mal, das Gerücht stimmt, so lange du ein Buch schreibst, dass sich verkaufen lässt, ist dem Agenten oder Verleger vollkommen schnuppe ob du nun Käsekuchen oder Philosophie studiert hast. Entscheidend ist der Verkaufswert deines Buch, deine Person ist eher zweitrangig. Die einzige Frage die sich stellt, ist vielleicht, inwieweit du als Autor davon profitieren kannst. Für eine berufliche Laufbahn, sehe ich da wenig Nutzen. Also, was meinst du denn, was während eines solchen Studiums mit dir und deiner Schreiberei geschehen könnte? Was genau versprichst du dir davon? Und was motiviert dich überhaupt zum Schreiben und wie wichtig ist dir der Erfolg? Ein Bestseller um jeden Preis? Ich kann erstmal wenig damit anfangen. Ich finde den Gedanken Schreiben zu studieren sehr befremdlich. Ich fage mich, ob nicht ein Kurs bei der VHS den selben Zweck erfüllt, denn was, frage ich mich, kann dir dort schon beigebracht werden? Mal abgesehen von den ganzen Binsenweisheiten, die du auch in jedem Lehrbuch findest. Ich muss dazu sagen, bei mir ist es mit der Schulbildung nicht weit her, mir war noch nicht mal das Abitur vergönnt, deshalb sehe ich manche Dinge vielleicht anders, da prallen in gewisser Weise Welten aufeinander. Vielleicht ist es Naivität, ich nenne es lieber Idealismus: Für mich sind Bücher ein Ausdruck des Lebens, der Versuch des Menschen zu bleiben. In Worten manifestiert sich das eigene Sein, dass sonst so flüchtig ist, dass wir es nie wirklich fassen können, vielleicht ist es eine Art "Atmung des Geistes". Das klingt sehr hochtrabend, ich weiß, aber wie sonst könnte ich verdeutlichen, warum es mich befremdet, wenn mir so Worte begegnen wie: Grundlagenmodul Erzähltheorie. Das klingt in meinen Ohren sehr realitätsfern. Es gibt eine Menge Dinge in dieser Welt, die wir nicht verstehen, zu allererst uns selbst. Wir neigen dazu, alles zu analysieren und dann zu technisieren, da das Unverstehen einen Verlust an Macht nach sich zieht. Man kann die Funktionalität vieler Dinge nachahmen, sicherlich, aber zu wissen, was Biologie ist, ist nicht gleichbedeutet mit dem Wissen darüber, was ein Mensch ist. Das ist uns wohl allen klar. Ich halte aus diesem Grund nichts von Lehrbüchern und dem Schreibunterricht. Ich kann den Sinn dahinter nicht begreifen, abgesehen davon, dass die Illusion dass Schreiben erlernen zu können natürlich ein profitables Geschäft ist. Keine Ahnung, Cody, ob du das wirklich brauchst. Du machst doch einen intelligenten Eindruck. Mich berechtigt natürlich nichts zu dieser Einschätzung, ich kenne dich nicht, das ist mir klar, aber aus dem Bauch heraus, würde ich dir zutrauen, dass du auch ohne SchriftstellerStudium einen guten Autor abgeben wirst. Grüße von Don Quixote
meine Wertung:
Autor

Ikarus
14.07.2009
18:45 Uhr



hallo cody, ich hab vor ein paar jahren mal etwas gemacht, das nennt sich "fernstudium literarisches schreiben" und es ging von der c. goethe akademie in frankfurt aus. das ganze dauerte ein jahr. in jedem monat war ein anderes thema dran; es fing an mit grundlagen, dann lyrik, kurzprosa bis zum roman, der sehr ausführlich durch genommen wurde. man bekam jeden monat ein lehrheft zugeschickt, hatte eine textliche aufgabe zu lösen (nach dem man das heft studiert hat) und sie an den lektor zu schicken, der für einen zuständig war. bevor ich´s vergesse: das ganze studium kostete 3 480 DM. (ich konnte es mir nur leisten, weil meine eltern was dazu gaben) zur beurteilung: die lehrhefte sind wirklich sehr gut, von einem professor geschrieben, die betreuung durch den lektor: na ja. oft kamen stereotype antworten, die gar nicht so richtig auf mich eingingen. manchmal musste ich den lektor daran erinnern, dass er mir endlich die korrigierten texte zurück schickt. mein fazit: ich habe damals etwas über die handwerklichen aspekte von literatur gelernt. bis das allerdings aufs papier fließen kann, ist noch einiges an weiterer Arbeit nötig: nämlich schreiben, schreiben, schreiben; da kommt man nicht drum rum. wenn einer meint, er könne ein studium machen (wie und wo auch immer)und komme da als fertiger schriftsteller raus, der hat sich geirrt. da gehört noch ein bisschen mehr dazu: da muß dann auch adäquate ideen haben, da muß man sein genre gefunden habe - und wenn ein buch auf dem markt ist, sein publikum erobern. (vorher natürlich noch den verleger überzeugen)ich glaube, es wird da viel schindluder getrieben mit leuten, die sich bemühen autoren zu werden. man kann alles mögliche bekommen: lektorat, veröffentlichung, fortbildungslehrgänge, aber man bezahlt dafür, und nicht zu wenig. das handwerk lernen ist völlig okay, aber das können auch diverse bücher leisten, die es auf dem markt gibt: "das leben und das schreiben" von steven king; "wie man einen verdammt guten roman schreibt" von james frey; "über das schreiben" von sol stein - um mal ein paar zu nennen. hier nochmal auf den punkt gebracht, auch wenn ich mich wiederhole: man kommt aus so einem studium nicht als fertiger schriftsteller raus, das ist eine illusion. ich hoffe, es hilft dir ein bißchen,cody. gruß, ikarus
meine Wertung:
Autor

Cody1988
14.07.2009
20:47 Uhr



Vielen lieben Dank für euren Rat, Don und Ikarus. In diese Richtung habe ich auch schon lange nachgedacht und bin zu demselben Schluss gekommen wie ihr: Die literarisch umsetzbaren Grundfertigkeiten wird man sicherlich gelehrt bekommmen, aber wie ihr schon sagt - DESWEGEN ist man dann ja noch lange kein Schriftsteller. Und man hat auch keine Garantie, DANACH einer zu werden. Schriftstellerei muss man eben im Blut haben. Im Kopf. Und in der Hand. Man gewinnt ja schließlich auch nicht dadurch im Lotto, WEIL man eben mal teilnimmt. Sonst würde ja jeder, der etwas geschrieben hat, das er als "Manuskript" deklariert, auf den Markt kommen. All die untalentierten "Fantasy-Teenie-Romane", die 12-jährige Harry Potter-Fans in einem manischen "Ich kann das auch"-Rausch geschrieben haben. Eine Flut von Bruchdeutsch. Ein Geschwader von absolut talentfreien Sentenz-Versuchen. Und um genau DAS zu verhindern, gibt es ja Lektoren, die nun mal eine Stufe über dem Schriftsteller stehen. Ich weiß auch nicht, was man von so einem Studium hat - das dann ja zusätzlich auch noch lediglich Abi-Schreiberlingen vorbehalten ist, denn mit einem niedrigeren Abschluss kann man ja erst gar nicht studieren... Aber es ist direkt ein Studiengang... schon merkwürdig... Ich finde ja auch, dass man das nicht wirklich erlernen kann. Das Handwerk schon. Ausgefeilte Satzstrukturen. Schöne Wortkombinationen und -neubildungen. Raffiniert angewandte Stilmittel. Aber wenn es eines gibt, das man weder lehren noch lernen kann, dann ist das Kreativität. Sicher wird man durch elektrochemische Impulsgabe einige dafür zuständige Gehirnbereiche stimulieren können. Und es ist ja auch möglich - LEIDER GOTTES - diese außergewöhnliche Gabe, Menschen durch Worte zu bewegen, nach einem Unfall verlieren zu können. Aber durch alleinige sensorische Aufnahme wird man diese Kunst nie erlernen. Die Kunst, Ideen zu entwerfen und diese kunstvoll in Worte zu kleiden. Diese Gabe bleibt den Schriftstellern vorbehalten. Und da wird kein Kurs großartig etwas dran ändern können. Und wohl auch kein Studium. Ich glaube schon, dass es dem Lektor herzlichst am A**** vorbei flitzt, ob der potentielle Bestseller in seinen Händen von einem MA in LS oder einem im Rollstuhl sitzenden Baumschüler geschrieben wurde. Kunst entzieht sich schließlich erlernbarer Bildung.
meine Wertung:
Autor

Ikarus
14.07.2009
21:05 Uhr



ähm ja, schon irgendwie. aber es gibt auch ein ziemlich wahres (und daher zeitloses) sprichwort: "übung macht den meister!" was man an talent nicht hat, kann in gewisser weise dadurch ausgeglichen werden. das motto heißt jedenfalls: schreiben, schreiben und nochmal schreiben ... ,anderen zu lesen geben, kommentare anhören, drüber nachdenken und gegegenenfalls den text verbessern. "es ist noch kein meister vom himmel gefallen", das ist auch so eine wahres zitat, das in dem zusammenhang punktet. wenn man das buch von steven king liest (das leben und das schreiben), das in gewisser weise auch seinen werdegang als schriftsteller beleuchtet, kann man das durchaus nachvollziehen. "kunst" ist das hauptwort von "können". und können wird durch besagte "übung" erreicht. in wie weit da ein übergroßes talent eine rolle spielt, darüber verliert king (soweit ich weiß) keine oder nur wenig worte. also könnte man geneigt sein, diesem "talent" nicht allzu viel bedeutung zu zu messen. gruß, ikarus
meine Wertung:
Autor

Cody1988
14.07.2009
21:17 Uhr



Ich lese also aus deinen Worten heraus, dass sich fehlendes Talent über Übung kompensieren lässt?
meine Wertung:
Autor

Ikarus
15.07.2009
22:44 Uhr



jo, will ich mal so behaupten. ein wenig talent ist natürlich nicht schlecht. aber ich denke, dass übung (steven king denkt das übrigens auch), das entscheidende ist. "man muß dafür talent haben", ist in gewisser weise ein klischee - das sich hartnäckig bis heute gehalten hat. ich kann keine absoluten wahrheiten verkünden (will ich auch gar nicht), aber wenn "steven king" das sagt, oder "sol stein", dann wird wohl was dran sein. gruß, ikarus
meine Wertung:
Autor

DonQuixote
16.07.2009
15:10 Uhr



Mich würde interessieren, Ikarus, was Stephen King mit dir angestellt hat, dass seine Worte Gewicht für dich haben... Ohne Talent geht überhaupt nichts. Das einzige, worfür man kein Talent benötigt ist das Beherrschen der Körperfunktionen und selbst dort gibt es Grauzonen :oP Gewährleistet nicht die Existenz des Talents erst die Individualität eines Menschen? Aber bevor man bei dieser Frage ankommt, müsste man sich erstmal darüber einig werden, was man unter Talent versteht. Das ist ein sehr zweifelhafter Begriff...
meine Wertung:
Autor

Cody1988
16.07.2009
19:38 Uhr



Ich würde Talent als Kompetenz definieren, die "gottgegeben" ist und für das "Erkennen" zuvor keinerlei "Übung" bedarf. Als Grundvoraussetzung zur Ausbildung weiterer besonderer Fähigkeiten. Aber der Begriff scheint unheimlich vielfältig, nicht eingrenzbar, unstet - eben nicht definierbar. Wahrscheinlich auslegungsfrei. Zu umrissen.
meine Wertung:
Autor

Ikarus
17.07.2009
13:45 Uhr



da kannste mal sehen, don, wie gehirnwäsche funktioniert. aber mal im ernst: wir sind wieder bei einem äusserst schwierigen thema gelandet, das vermutlich mehr als eine antwort zulässt. ich bin noch musiker und kann sagen, dass ich am anfang ein ziemlicher schlechter gitarrist war (vermutlich ohne irgendwelches talent) aber ich wollte unbedingt spielen können, also hab ich geübt und geübt. und schließlich hat es sogar dazu gereicht, die sologitarre in einer rockband zu übernehmen. (neben dem gesang die wichtigste funktion)war das nun talent oder permanente übung, die mich dieses ziel erreichen ließ? gruß, ikarus
meine Wertung:
Autor

DonQuixote
17.07.2009
18:11 Uhr



Na ja, Ikarus, das kein Meister vom Himmel fällt, ist klar. Und komplett widersprechen, will ich dir auch gar nicht. Ich behaupte, beides kann zum Problem werden, es ist problematisch, wenn man sich auf der Einbildung ausruht, man habe Talent. Ebenso problematisch ist es, zu glauben, bloße Übung macht den Meister. Ich glaube Talent bedeutet Zusammenhänge begreifen zu können. Die Ausführung der Handlung ist eher zweitrangig. Ich habe mich in meiner Jugend ebenfalls sehr leidenschaftlich der Gitarre gewidmet, bin aber kaum über "Smoke On The Water" hinaus gekommen, trotz täglicher Übungsstunden. Warum? Mir hat einfach der Sinn für Quintenzirkel und Noten gefehlt, ich habe keinen Zugang zu diesem System gefunden. Nichtsdesto trotz habe ich damals immernoch besser Gitarre gespielt als geschrieben. Was ich seinerzeit geschrieben habe war unerträglich schlecht. Als ich dann aber anfing mich mit der Materie des Schreibens zu befassen, merkte ich, dass ich in der Lage war, die Warums und Wiesos zu begreifen, rein intuitiv und das war eine Grundlage, auf der ich aufbauen konnte. Zwar schreibe ich heute noch immer nicht überragend, aber ich habe das Gefühl, dass ich mich stetig weiterentwickle. Mein Gitarrenspiel hingegen stagniert, dem ist nicht mehr zu helfen. Ich wollte das eine viel mehr als das andere, aber aus unerfindlichen Gründen fiel mir das andere leichter. Warum? Ich habe schon zu viel Autoren gelesen, die trotz jahrelanger Übung überhaupt keine Fortschritte gemacht haben, als dass ich noch an die Mär von der Kompensation des mangelhaften Talents glauben könnte. Nicht nur, aber besonders bei Berufen im Bereich der Kunst, ist ein gutes Gespür unerlässlich. Das Gefühl für eine Sache kann man jemandem nur sehr schwer beibringen. Mehr als eine Antwort zulassen, hm! Natürlich bleibt uns oftmals nichts anderes übrig und das ist auch nicht verkehrt, aber dennoch wird es eine definitive Antwort auf derartige Fragen geben, wir kennen sie nur nicht. Mich würde interessieren, wie ihr eure Werke angeht: Für was an euren Texten ist euer Verstand zuständig, für was die Intuition? Und wie sieht das im Verhältnis aus, mehr Verstand oder mehr Gutdünken?
meine Wertung:

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