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Japadu - Theater

Er spähte über die Köpfe, durch die Mengen. Versuchte einen Blick zu erhaschen, versuchte zu erkennen, wer Liam weg führte, wer dafür sorgte, dass er die Ruhe fand, die er brauchte. Wer sich um ihn kümmerte, jetzt, da er Fürsorge benötigte.

Die üblichen gesichtslosen Anhänger scharten sich um seine aufrechte Gestalt, zogen ihn mit sich. Wollten ein Stück von ihm hier, ein Stück von ihm dort. Eine Feier, ein Umtrunk, eine Ehrung zu der Nathan nicht zugelassen war, niemals zugelassen sein würde.

Bestimmt hatten sie ihn in Beschlag genommen. Mit Sicherheit fort geführt, in die Welt, die nicht die seine, die nicht Nathans Welt war.

Das Lachen und Lärmen verstummte. Nathan vernahm das Klacken der letzten Scheinwerfer, die ausgingen. Türen fielen ins Schloss. Dunkelheit senkte sich über ihn. Nathan schüttelte den Kopf, über sich und über seine Dummheit. Er biss sich auf die Lippen, zuckte mit den Schultern und ging schließlich entschlossenen Schrittes auf die Garderobe zu. Trug er doch immer noch die Samt Uniform, die dazu gedacht war, im Scheinwerferlicht überirdisch zu schimmern, doch unter der sich die Hitze staute, bis es unerträglich wurde.

Doch dann erstarrte Nathan. Er war nicht alleine. Natürlich war er nicht alleine, natürlich konnte er es nicht sein. Wie dumm so etwas anzunehmen. Wasser plätscherte in der Dusche. Jemand hatte bis zu diesem Augenblick gewartet, gewartet, bis es still geworden war, um sich frisch zu machen. Jemand, der allein sein wollte.

Nathan zuckte zurück. Doch der kurze Blick hatte genügt, hatte ihm mehr gezeigt, als er jemals gehofft, jemals vermutet hatte.

Liam war nicht gegangen. Liam wand sich in diesem Augenblick ein weißes Handtuch um die Hüften und stellte das Wasser ab. Liam, der sich an der Wand abstützte. Liam, der vorsichtig und langsam auf den glatten Fliesen, den Weg zur Bank zurücklegte. Der sich mit einem leisen Stöhnen darauf niedersinken ließ und sich dann zu seinem Knöchel herabbeugte.

Nathan konnte nicht anders. Er beugte sich erneut vor. Nur versichern, dass alles in Ordnung war. Nur versichern, ob er nicht doch eine Hilfe sein konnte. Er spürte, wie ihm die Röte in die Wangen stieg. Und doch musste er es tun.

Sein Blick fiel auf den verfärbten Knöchel. Nathan sog erschrocken die Luft ein. Ein leichtes Geräusch, das dennoch ausreichte, um Liam hochfahren zu lassen.

Zu Nathans großer Verwunderung bemerkte er, dass auch Liams Gesicht rosa anlief, als fühlte er sich ertappt, erwischt bei etwas Verbotenem.

Nathan öffnete verlegen den Mund. Er wollte etwas sagen, etwas Belangloses, ein Wort der Erklärung, vielleicht der Entschuldigung, doch kein Laut kam über seine Lippen.

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