Ihre Blicke trafen sich kurz, sehr kurz, nur um wieder voneinander weg zu driften. Wasser tropfte aus Liams Haar, ließ es schwarz wirken. Obwohl der Glimmer im Abfluss verschwunden war, glänzten die Strähnen, die sich auf seiner bronzenen Haut kringelten im grellen Licht der Leuchtröhren.
Schließlich räusperte Liam sich, leckte sich die Lippen, schüttelte sein Haar. Erst dann drehte er sich zur Seite, legte er den Kopf schief und sah Nathan auffordernd an.
Dieser spürte, wie ihm noch mehr Blut ins Gesicht schoss und er verwünschte verzweifelt seine Verlegenheit.
„Ich… ähm…“, begann er. „Ich wollte nicht stören. Ich… ich dachte, ich wäre der Letzte hier.“
Liam zuckte mit den Schultern. „Du störst nicht…“ Er ließ eine Pause einfließen, deutlich genug, um seine Frage indirekt zu demonstrieren.
„Nathan“, ergänzte der Blonde. „Ich spiele…“
Doch Liam unterbrach ihn, noch bevor Nathan den Satz vollenden konnte. „Ich weiß, wen du spielst“, sagte er schnell, beinahe verlegen. „Du bist seit drei Monaten bei uns.“
Nathan nickte erstaunt und fühlte gleichzeitig eine undefinierbare Wärme in sich aufsteigen. Liam erinnerte sich an ihn.
Es war nun an ihm, sich zu räuspern. „Wie geht es dem Knöchel?“, fragte Nathan mit einem Blick auf Liams Fuß, den dieser vorsichtig massierte.
„Ach…“ Liam verzog die Lippen. „So auffällig?“
Nathan schüttelte rasch seinen Kopf. „Nein, ich hab nur… während der Aufführung ist es mir aufgefallen.“
„Ja.“ Liam stöhnte. „Ich bin unglücklich aufgekommen. Hab mich wohl nicht gut genug aufgewärmt. Und all das nur, weil…“ Er verstummte, seufzte. „Immer diese Hektik“, sagte er schließlich und betastete die Schwellung.
„Ich wollte nicht, dass es jemand bemerkt.“ Er lächelte leicht. „Dumm, nicht wahr? So etwas wird immer bemerkt.“ Er schüttelte über sich selbst den Kopf, dass winzige Tropfen Wassers durch die Luft stoben.
„Ist nicht dumm“, wandte Nathan ein. „Nur zu verständlich.“
„Ja.“ Liams Lächeln verbreiterte sich zu einem Grinsen. „Ein König sollte keine Schwäche zeigen.“
„Nein, das wohl nicht.“ Nathan lächelte ebenfalls, doch wurde gleich wieder ernst. Er überlegte einen Moment, ob er die Frage stellen dürfe, doch überwand sich schließlich, es zu tun. „Soll… soll ich dich vielleicht ins Krankenhaus bringen, dass sich jemand den Knöchel mal ansieht?“
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