„Ist gut“, sagte Nathan. „Aber dann erlaube mir wenigstens, dir nach Hause zu helfen.“
Er errötete, als Liam wieder in seinem Griff erstarrte, schluckte trocken.
„Ich meine… ich will dir nur helfen. Nicht dass du irgendwo…“
Nathan drehte seinen Kopf und sah zu Liam auf. „Ich bin nicht sicher, ob du mit diesem Fuß Autofahren kannst.“
Liam erwiderte den Blick ruhig. „Ich bin nicht mit dem Auto hier“, antwortete er. „Ich wohne hier gleich um die Ecke. Das schaffe ich auch alleine.“
„Natürlich“, stimmte Nathan verlegen zu. „Ich dachte nur… für den Fall, dass…“
Liam atmete aus und versuchte einen Schritt vorwärts. „Das ist wirklich nett“, stieß er angestrengt hervor. „Ich… ich bin sicher, es schmerzt nur, weil ich etwas erschöpft bin.“
„Ja. Wieso eigentlich…“ Nathan unterbrach sich selbst, als ihm bewusst wurde, wie indiskret diese Frage aufgenommen werden konnte, die er im Begriff war, zu stellen.
„Wieso was?“ Liam stützte sich auf den Blonden und ging ein Stück weiter Richtung Tür. Er ergriff dort seine Jacke, blieb jedoch stehen, als interessiere ihn die Antwort brennend.
„Ach… ich…“ Nathan räusperte sich, fasste sich dann jedoch ein Herz. „Ich habe mir nur gerade gedacht… mich nur gerade gefragt, warum… warum du so lange gewartet hast mit…“ Er machte eine Kopfbewegung in Richtung der Duschräume. „Ich… ich meine…“ Nathan verstummte verlegen.
„Warum ich mit dem Duschen und Umziehen so lange gewartet habe?“ Liam schnalzte mit der Zunge. „Wahrscheinlich wollte ich vermeiden, dass mich jemand sieht.“
„Hat nicht so ganz funktioniert“, rutschte es Nathan heraus.
„Nein, das allerdings nicht.“ Liam lachte. „Aber zumindest bin ich die Leute los geworden, für die das ein gefundenes Fressen wäre.“
„Ich verstehe nicht.“
„Naja“, Liam räusperte sich. „Es ist nicht gut, verletzlich zu erscheinen. Nicht gut, in meiner Lage zumindest.“
Nathan stieß leicht gegen die Tür und sie öffnete sich problemlos. „Aber… an deiner Position ist doch nichts auszusetzen. Ich meine… als Hauptdarsteller… erfolgreich… da wirst du doch bewundert und…“
„Beneidet“, ergänzte Liam leise und humpelte an Nathans Arm hinaus in den Gang. „Ich weiß, wie dämlich das klingen mag, aber es gibt mehr als einen hier, der mich lieber heute als morgen los wäre.“
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