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Japadu - Carolyns Traum

„Wie käme ich denn dazu?“, wollte Carolyn aufbrausen, doch ihre Worte klangen nicht halb so schnippisch, wie sie es erwartet hatte.

„Ich denke gar nicht daran, ihnen zu vertrauen… oder ihren komischen Ahnen.“

Der Fremde lächelte immer noch, doch er ließ ihre Hand los, lehnte sich zurück und fuhr sich mit den Fingern durch sein Haar. Im matten, elektrischen Licht der Bar schimmerte dieses bläulich, bildete einen harmonischen Kontrast zu dem warmen Ton seiner Haut.

„Ich bin Michael“, sagte er. „Michael Standing Elk. Und Sie können mir glauben, dass niemand erstaunter hätte sein können, als ich. Zumindest nicht in dem Moment, in dem ich Sie in meiner Vision gesehen habe.“

Er legte seinen Kopf schief. „Sie sind wunderschön. Und ich verstehe auch, warum meine Ahnen Sie gewählt haben. Sie müssen sehr lange gesucht haben.“

„Gesucht? Nach mir?“ Carolyn räusperte sich unbehaglich. „Sie wissen schon, dass sich das äußerst verrückt anhört. Und ich habe schon eine Menge verrückter Dinge gehört.“

Michael Standing Elk fuhr sich mit der Zunge kurz über die Oberlippe, eine winzige Geste, ein nervöser Tick, nicht mehr. Und dennoch starrte Carolyn gebannt auf diese rote Zungenspitze, die doch nur für einen Moment zu sehen war. Und doch wusste sie zugleich, wie es sich anfühlen würde, wenn diese Zunge über ihren Körper streicheln, ihre Haut liebkosen würde. Sie spürte sie, wie sie in kleinen Zirkeln über ihren Bauch strich, wie sie lange Linien ihren Körper entlang fuhr. Wie sie mit winzigen, zitternden Bewegungen kitzelte, und wie sie hungrig leckte. Ein Schaudern durchfuhr die schöne Frau, die dort alleine in der Bar saß.

Dies konnte nicht wirklich sein, durfte nicht. Doch als ihr Blick in dem dunklen Auge des Fremden versank, erkannte sie, dass er die Wahrheit gesagt hatte. Dass Kräfte, stärker als sie, stärker als das Schicksal sie beide zueinander geführt und miteinander verbunden hatten. Sie erkannte, dass dies nur der Anfang war. Der Anfang einer eigenen Geschichte. Einer, die alles Bisherige in den Schatten zu stellen vermochte.

 

 

 

 

 

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